Den Blick fürs Ganze bewahren

Liebe Einwohnerinnen und Einwohner

Das zweiseitige Flugblatt von Thomas Bürgi vom 3. Februar ist eine Kampagne gegen die Revision der Nutzungsplanung und hat viele Einwohnerinnen und Einwohner verunsichert. Unsere Gemeinde muss ihre Nutzungsplanung gemäss Bundes- und kantonalen Gesetzen regelmässig revidieren und anpassen. Der Start zur Nutzungsplanungsrevision wurde 2015 gegeben, als ca. 60 engagierte Einwohnerinnen und Einwohner gemeinsam mit dem erfahrenen und kompetenten Planer Peter Gresch das räumliche Leitbild für unser Dorf entwarfen, das 2017 an der Gemeindeversammlung angenommen wurde und das behördenverbindlich ist.

In der Folge machte sich ein Planungsausschuss, bestehend aus der Planungskommission sowie Mitgliedern der Baukommission und des Gemeinderates, an die Arbeit.

An der ersten öffentlichen Informationsveranstaltung zur Planungsrevision vom 16. Januar 2020 wurde die Arbeit für die neue Nutzungsplanung vorgestellt und diskutiert. Anregungen aus der Bevölkerung wurden aufgenommen und auf ihre Umsetzbarkeit geprüft.

Der Gemeinderat schickte die Dokumente der Nutzungsplanung zur ersten Vorprüfung an den Kanton, der den Kommentar dazu am 5. November 2020 dem Gemeinderat zukommen liess. Dieser enthält Empfehlungen und Arbeitsgrundlagen für die Planungsbehörde und ist nicht öffentlich, da die Planungsdetailarbeit nach rechtlichen Vorgaben ohne Einfluss Dritter erfolgen soll. Aussenstehende, die zu diesem Zeitpunkt in den Prozess eingreifen, behindern die planerische Weiterentwicklung.

Der ganze Planungsprozess, wie ihn Rodersdorf durchführt, wird von der kantonalen Planungsbehörde als vorbildlich bezeichnet. In der Märzsession dieses Jahres wurde im Kantonsrat der Auftrag überwiesen, wonach die Ortsplanung in allen Solothurner Gemeinden auf einem breit abgestützten räumlichen Leitbild mit behördenverbindlichen Zielen, analog unserem Rodersdorfer Modell, erfolgen soll.

Gespräche mit Betroffenen sowie Mitwirkungsanlässe für die Bevölkerung werden in den dafür vorgesehenen, noch folgenden Prozessschritten durchgeführt, nach deren Abschluss die überarbeiteten Dokumente zur zweiten Vorprüfung an den Kanton versandt werden.

Der für die erste Projektphase gesprochene Kredit von 120’000 Franken für Planerleistungen inklusive Erstellung der Planwerke für das Geoinformationssystem (GIS) wurde eingehalten. Die Kosten sind geringer ausgefallen als in anderen vergleichbaren Gemeinden.

Die Gemeinde hat sich in den letzten 20 Jahren in vielerlei Hinsicht verändert, vor allem auch in Bereichen, in denen nicht partikulare Interessen, sondern gemeinschaftsfördernde, familienfreundliche und dorfbelebende Inhalte massgebend waren. Viele Einwohnerinnen und Einwohner sind für das Gemeinwohl und die Verbesserung des Dorflebens eingetreten mit der Besetzung von Kommissionen, beim Mitwirken an der Erfolgsgeschichte des Dorfladens, mit der Schaffung des Mittagstisches, dem Engagement für kulturelle Tätigkeiten und Anlässe, mit dem Gestaltungswillen für einen attraktiven Begegnungsraum im Grossbühl und dem Bau der Wohngenossenschaft Rösmatt, welche barrierefreien Wohnraum insbesondere für ältere Menschen zur Verfügung stellt.
Die Liste von konstruktiven und kreativen Tätigkeiten ist lang. Ganz in diesem Geist wurden auch das räumliche Leitbild entwickelt und die Revision der Nutzungsplanung an die Hand genommen mit dem Ziel, die Lebensqualität in Rodersdorf für Jung und Alt zu steigern.

Wir möchten das Trennende überwinden. Wir wollen, dass die Gemeinschaft der Einwohnerinnen und Einwohner von Rodersdorf ganz im Sinne des verabschiedeten Leitbildes für eine innovative und zukunftsgerichtete Gemeindeentwicklung zusammensteht. Wir wollen beitragen zu einer ökologischeren, gerechteren und sozialeren Welt, in der respektvoll mit Mensch und Natur und deren Ressourcen umgegangen wird, auch hier in Rodersdorf. Bewahren wir den Blick fürs Ganze!

Der Vorstand der SP Rodersdorf

Rodersdorf, im März 2021

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